Allclassic.Berlin – Morbach’s Klassik Musik Laden (92) – Festmusiken der Renaissance (1) – Der musikalische Glanz des Ancien régime in unserer Zeit

In vergangenen Jahrhunderten sonnten sich die Kaiser, Könige und Fürsten im Glanz der Künste. Unter allen dürfte die Musik durch ihre emotionale Botschaft die eindrücklichste sein. Die Festmusiken sind gewissermaßen »Adelskultur sui generis«, denn Domäne der bürgerlichen Musik waren der Tanz, das weltliche Lied und das kleine instrumentale Ensemble. Diese die adlige Festmusik deutlich kontrastierende Sphäre repräsentiert in der Sendung das Ensemble Fretwork mit Musik aus einem Notendruck des frühen 16. Jahrhunderts. Die Festmusiken dieser Sendung wurden zu zwei Fürstenhochzeiten des 16. Jahrhunderts komponiert. Die erste stammt vom Hof Kaiser Maximilians I.

Dienstag, 27.10.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 28.10.: 12–14 Uhr •
Donnerstag, 29.10.: 22–24 Uhr • Freitag, 30.10.: 18–20 Uhr • Sonntag, 1.11.: 22–24 Uhr

Allclassic.Berlin – Morbach’s Klassik Musik Laden (91) – »Dies irae«, die Sequenz der Totenmesse in Vertonungen aus Mittelalter, – Renaissance, Barock, Klassik und Romantik (1)

Dies irae (lat. „Tag des Zorns“) ist der Anfang eines mittelalterlichen Hymnus über das Jüngste Gericht. Der Text wurde durch das Konzil von Trient (1545–1563) als fester Bestandteil des Requiems bestätigt. Als Autor wird traditionell Thomas von Celano angesehen, ein Freund und Biograph des hl. Franz von Assisi.
Das Dies irae wurde erstmals im 13. Jahrhundert als Sequenz – einer Gattung des gregorianischen Chorals – vertont und in dieser Form Bestandteil des Requiems.

Montag, 26.10. • Dienstag, 27.10. • Donnerstag, 29.10. • Freitag, 30.10.:
jeweils 12–14 Uhr • Mittwoch, 28.10.: 18–20 Uhr

Tanzbar 3000

Mal ungestört alleine tanzen mit viel Soul und Funky Jazzin Grooves

Samstag ab 20:00 Uhr nur bei uns werbefrei mit MLM Dirk Kämmer.

Allclassic.Berlin – Morbach’s Klassik Musik Laden (89–90) – »Besonderes – Sonderbares – Rares« – Musik aus Mittelalter, Renaissance Barock und neuerer Zeit – aufgefunden in meiner Diskothek (2)

Als Redakteur und Moderator im Bereich »Alte Musik« wurde ich viele Jahre mit Tonträgern (zuerst Schallplatten, dann CDs) »bemustert«. Um diese einigermaßen systematisch zu erfassen, bietet sich eine Archivierung nach Komponisten, musikgeschichtlichen Epochen, Ländern oder besonderen Musikmetropolen an. Viele Veröffentlichungen entzogen sich jedoch einer solchen »Schubladierung«. Diese CDs – es sind einige hundert – landeten in einer Art »Krusch-telkiste«. Bei einer Sichtung derselben habe ich festgestellt, dass es sich meist um hochinteressante und hochqualitative Produktionen handelt und insgesamt um Musik, die heute kaum noch eine mediale Präsenz hat. Aufgrund der geschrumpften Etats der Phonoindustrie und der Tendenz, nur noch »Mainstream« anzubieten, wird solch »randständiges Repertoire« selten.

Sendung 89:
Montag, 19.10. • Dienstag, 20.10. • Donnerstag, 22.10. • Freitag, 23.10.:
jeweils 12–14 Uhr • Mittwoch, 21.10.: 18–20 Uhr

Sendung 90:
Dienstag, 20.10.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 21.10.: 12–14 Uhr •
Donnerstag, 22.10.: 22–24 Uhr • Freitag, 23.10.: 18–20 Uhr •
Sonntag, 25.10.: 22–24 Uhr

Allclassic.Berlin – Morbach’s Klassik Musik Laden (87–88) – »Renaissance-Kontraste«

Obwohl diese Epocheneinteilung nicht unumstritten ist, hat sie sich fest in unserem »Musikgeschichtsdenken« eingenistet: um 1420 wurde das Mittelalter durch die Renaissance abgelöst, die ihrerseits um 1600 in die Epoche des Barock einmündete. Auf jeden Fall war die gesamte Musik des 16. und 17. Jhs. jahrhundertelang nicht mehr Gegenstand einer Aufführung war. Sie verstaubte nur in Gestalt von Noten in vielen Bibliotheken und wurde erst seit der Mitte des 20. Jahrhunderts klingend zu neuem Leben erweckt. Der große »Renissance-Boom« aus der Zeit um 2000 scheint allerdings vorüber.

87: Vokal- vs. Instrumentalmusik
Der erstere Bereich wird repräsentiert vom Ensemble Stile antico aus England, das beim Label Harmonia Mundi zahlreiche CDs veröffentlicht hat, der letztere von mehreren Musikern und Ensembles, wobei alle Einspielungen bei dem audiophilen Label Ramée erschienen sind. Stile antico ist mit geistlicher Musik aus mehreren europäischen Ländern zu hören. Dieses Segment der musikalischen Komposition repräsentiert die Hochkultur der Musik in der Renaissance. Die Instrumentalmusik hingegen wurde von viele Gelehrten noch nicht einmal erwähnt. Sie scheint damals eine Art musikalische Subkultur gewesen zu sein, die nicht dem Gebet, sondern der Unterhaltung diente. Ist das heute noch hörbar?

Montag, 12.10. • Dienstag, 13.10. • Donnerstag, 15.10. • Freitag, 16.10.:
jeweils 12–14 Uhr • Mittwoch, 14.10.: 18–20 Uhr

88: Ottaviano Petrucci vs. Jacobus Clemens non Papa
Petrucci ist der Johannes Gutenberg der Musik, denn er hat das Verfahren des Drucks mit beweglichen Lettern auf die Veröffentlichung von Musik übertragen, wodurch die Musik zu einer Ware wurde, mit der die Verlage gut verdienten. Seine erste Publikation erschien 1501: Harmonice musices Odhecaton A. Etwa eine Generation jünger ist der flämische Komponist Jacob Clemens, dessen Musik für den Hörer von heute durch eine einfachere mehrstimmige Faktur und plakativere Harmonik eindringlicher ist als die viele seiner Zeitgenossen, obwohl er weniger bekannt ist als z. B. Orlando di Lasso oder Palestrina.
Dienstag, 13.10.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 14.10.: 12–14 Uhr •
Donnerstag, 15.10.: 22–24 Uhr • Freitag, 16.10.: 18–20 Uhr • Sonntag, 18.10.: 22–24 Uhr

Morbach’s Klassik Musik Laden (85–86): »Aufgestanden und zur Laute gesungen…« – Das musikalische Leben des Samuel Pepys – Auszüge aus seinen Tagebücher – klingend bebildert mit englischer Musik 1660–1670

  1. Sendung: Montag, 5.10. • Dienstag, 6.10. • Donnerstag, 8.10. • Freitag, 9.10.:
    jeweils 12–14 Uhr • Mittwoch, 7.10.: 18–20 Uhr
  2. Sendung: Dienstag, 6.10.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 7.10.: 12–14 Uhr •
    Donnerstag, 8.10.: 22–24 Uhr • Freitag, 9.10.: 18–20 Uhr • Sonntag, 12.10.: 22–24 Uhr

Morbach’s Klassik Musik Laden (83–84)

83: Corvus Corax vs. Omnia
In der Musik des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine bemerkenswerte Sehnsucht nach dem Mittelalter. Während die in der Szene der Alten Musik verwurzelten Ensembles nach einem historisch möglichst genauen Klangbild streben, versuchen diejenigen, die sich stilistisch eher in der Pop- und Rockmusik verwurzelt fühlen, klanglich archaische Erscheinungsformen der Musik zu rekonstruieren. Der Bezug zu musikalischer Überlieferung aus dem Mittelalter spielt zwar eine gewissen Rolle, jedoch stehen einem zumeist Neuschöpfungen vor Ohren, wobei die einschlägige archaische »Anmutungsqualität« mit ganz unterschiedlichen musikalischen Mitteln bewirkt wird. Bei der Berliner Band Corvus Corax leistet dies der markante Klang von Dudelsäcken, Schalmeien und einem umfangreichen Schlagwerk. Omnia bevorzugt zu diesem Zweck prägnante Melodien und einfache Techniken des mehrstimmigen Musizierens.

Montag, 28.9. • Dienstag, 29.9. • Donnerstag, 1.10. • Freitag, 2.10.:
jeweils 12–14 Uhr • Mittwoch, 30.9.: 18–20 Uhr

84: »Top-Keyboarder«: Andreas Staier & Roland Götz

Diese beiden Künstler haben zwei Jahrzehnte lang meine Arbeit als Redakteur und Moderator im Sender Freies Berlin begleitet. Ich habe mit ihnen viele Projekte realisiert, vor allem live moderierte öffentliche Konzerte aber auch etliche Sendungen in meinen nachmittäglichen Standardterminen mit Alter Musik. Was Repertoire und Instrument betrifft, so gibt es zwischen diesen beiden Interpreten eine Schnittmenge: die Barockzeit und das Cembalo. Während sich das Interesse von Roland Götz auf Mittelalter und Renaissance erstreckt und sein zweites Instrumentales Standbein die Orgel in ganz unterschied-lichen historischen Formen ist, greift Andreas Staier über die Wiener Klassik hinaus in die Zeit der Romantik, wobei er hier auf historisch parallele Typen des Hammerklaviers zurückgreift. Eine unmittelbarer Vergleich von Staier und Götz wird dadurch möglich, dass beide 2001 eine CD mit Musik von William Byrd veröffentlicht haben.

Dienstag, 29.9.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 30.9.: 12–14 Uhr •
Donnerstag, 1.10.: 22–24 Uhr • Freitag, 2.10.: 18–20 Uhr • Sonntag, 4.10.: 22–24 Uhr