Allclassic.Berlin – Morbach’s Klassik Musik Laden (95-96) – Bologna – eine Musikmetropole der Barockzeit 3–4

95. Instrumentale Virtuosen in und um San Petronio

Giuseppe Torelli (1658–1709) ist wohl der einzige Bologneser Komponist des Barock, der bei dem heutigen Publikum noch eine gewisse Bekanntheit genießt, was wohl der Tatsche geschuldet ist, dass er ein Weihnachtskonzert komponiert hat, das heutzutage in der entsprechenden Jahreszeit medial offeriert wird. Als Violinist des Orchesters in San Petronio hat er die geschichtsträchtige Gattung des Violinkonzerts kreiert – als »Concerto da chiesa«, zur Ausgestaltung der Festgottesdienste in dieser repräsentativen Basilika des oligarchischen Staats-wesen von Bologna. Domenico Gabrielli (1651–1690) etablierte das Violoncello als Solo-Instrument in der Kirchenmusik an San Petronio. Der in Bologna ausgebildete Giovanni Battista Vitali (1632–1692) war Kapellmeister in Modena und errang europaweiten Ruf durch seine Violinsonaten.

Montag, 16.11. • Dienstag, 17.11. • Donnerstag, 19.11. • Freitag, 20.11.:
jeweils 12–14 Uhr • Mittwoch, 18.11.: 18–20 Uhr

  1. Komponierende Nonnen und Mönche
    Der Olivetaner-Mönch Adriano Banchieri (1568–1634), der in mehreren Klöstern seines Ordens als Organist wirkte, trat nicht nur als Komponist, sondern auch als Musiktheoretiker hervor, der zum Beispiel als erster die dynamischen Vorschriften »f« und »p« in den Notentext eintrug. Seine Madrigalkomödie Barca di Venetia per Padova ist ein Meisterwerk dieses Genres. Die Kamaldulenserin Donna Lucretia Orsini Vizzana (1590–1662) widmete ihre erste Sammlung mit geistlicher Musik, die Componimenti musicali de motetti concertati a una e più voci von 1623 den Nonnen ihres Klosters. Der Minoritenmönch Giovanni Battista Martini, genannt Padre Martini (1706–1784), war in kompositorischen Fragen eine paneuropäische Instanz. Unter anderem genossen Johann Christian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Christoph Willibald Gluck seinen Unterricht. Er hinterließ ein umfangreiches musiktheoretisches und kompositorisches Schaffen von höchster Qualität, obwohl seine Werke heutzutage medial kaum präsent sind.

Dienstag, 17.11.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 18.11.: 12–14 Uhr •
Donnerstag, 19.11.: 22–24 Uhr • Freitag, 20.11.: 18–20 Uhr •
Sonntag, 22.11.: 22–24 Uhr

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