»Morbach’s Klassik Musik Laden« * Weihnachtsmusik aus Renaissance Barock 1

»Es begab sich aber zu der Zeit…«
Deutsche Weihnachtsmusik des 17. Jahrhunderts

Wenn man einen deutschen Klassik-Liebhaber bittet, er möge das Weihnachtsfest mit Musik in Verbindung bringen, so fällt ihm natürlich sogleich das Weihnachtsoratorium, vielleicht noch die Weihnachtskantate Christen, ätzet die-sen Tag in Metall und Marmorsteine von Johann Sebastian Bach ein. Nun haben aber auch viele Zeitgenossen des Thomaskantors in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts dieses Genre mit hervorragenden Kompositionen beliefert, die aber im Konzertleben und medial kaum präsent sind.
Noch viel weniger dürfte im allgemeinen musikgeschichtlichen Bewusstsein verankert sein, dass gerade das 17. Jahrhundert in Deutschland die ›große Zeit‹ der kompositorisch kunstvoll gestalteten Weihnachtmusik war, wobei das protestantische Kirchenlied vielfach die Grundlage der Kompositionen bildet. Zur Zier der Weihnachtsgottesdienste entstanden einfache, strophische Chorsätze und festliche, reich instrumentierte »Choralkonzerte«. Besonders pracht-volle Kompositionen befinden sich in der Sammlung Polyhymnia Caduceatrix et Panegyrica (1613) von Michael Praetorius, der als Kapellmeister in Wolfenbüttel und am kursächsischen Hof in Dresden wirkte. Von 1615 an bekleidete Heinrich Schütz letzteres Amt, das zu den lukrativsten Jobs in der Musikwelt des 17. Jahrhunderts zählte. Für den Dresdner Hof komponierte Schütz 1660 seine Historia der freuden- und gnadenreichen Geburt Gottes und Marien Sohnes Jesu Christi. Dieses Werk, das eher bekannt ist unter seinem Kurztitel Weihnachtshistorie, gehört zu bedeutendsten Werken Schütz’, der von seinen Zeitgenossen als ›Vater der deutschen Musik‹ apostrophiert wurde.

Dienstag, 22.12.: 18–20 Uhr • Mittwoch, 23.12.: 12–14 Uhr •
Donnerstag, 24.12.: 22–24 Uhr • Freitag, 25.12.: 18–20 Uhr •
Sonntag, 27.12.: 22–24 Uhr

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